Natur-Kompendium

Aprikosenkernöl - ein Alleskönner unter den Ölen

Aprikosenkernöl

Aprikosenkernöl gehört unter den Ölen zu wahren Alleskönnern. Denn dieses enthält sehr viele wertvolle Inhaltsstoffe, von denen der menschliche Körper in vielerlei Hinsicht profitiert. So kann es auf verschiedene Arten eingesetzt werden. Egal ob als Massageöl, Badezusatz, als Aromatherapie oder als Zusatz in Speisen - das Aprikosenkernöl besitzt bei jeder Anwendungsart ausschließlich positive Eigenschaften.

Aprikosenkernöl - Allgemeine Informationen

Der Aprikosenbaum stammt ursprünglich aus China. Hier wurde er bereits vor 5000 kultiviert. Die Römer brachten den Baum schließlich nach Europa. Als dieser nach Europa kam, nahm man an, er stamme aus Armenien, sodass sein lateinischer Name Prunus armeniaca, was armenische Pflaume bedeutet, lautet. Als eines der größten Aprikosenanbaugebiete gilt die Türkei. Das Aprikosenkernöl, oft auch einfach Aprikosenöl genannt, wird aus der Mandel des Steins gewonnen. Zu den wichtigen Lieferanten für Mitteleuropa gelten jedoch auch Italien, Spanien, Österreich, die Schweiz sowie Ungarn.

Es wird zwischen dem Aprikosenkernöln, welches aus den süßen Zuchtaprikosen gewonnen wird unterschieden und dem Aprikosenkernöl, welches aus säuerlichen Wildaprikosen gewonnen wird. Der Unterschied betrifft in erster Linie den Geschmack. Während der Kern der Zuchtaprikosen einen süßlichen Geschmack aufweist, schmeckt der Kern der Wildaprikose bitter. Aus diesem Grund kommt der Kern der Zuchtaprikosen bei der Herstellung von Persipan zur Anwendung. Denn dieser besitzt zudem ein mandelähnliches Aroma. Die bitteren Kerne besitzen jedoch einen höheren Gehalt an Amygdalin.

Die sogenannte Jodzahl liegt beim Aprikosenkernöl zwischen 96 und 170. Die Jodzahl gilt als eines der Qualitätsmerkmale, wenn es um Öle geht. Je höher diese Anzahl ist, desto wertvoller ist das Öl. Mit dem genannten Wert liegt das Aprikosenkernöl im oberen Drittel der Wertskala. Sie wird nur von den trockenen Ölen, wie Johannisbeerkraut oder Leinöl übertroffen, deren Jodzahl höher ist als 170.

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Herstellung von Aprikosenkernöl

Die Aprikosen werden in Europa in Juli geerntet. Die frischen Aprikosen werden erst getrocknet. Nach der Hälfte der Trocknungszeit werden die Steine aus den Zuchataprikosen mit dem Finger aus der Frucht ausgedrückt. Die Wildaprikosen werden dazu halbiert. Die Steine aus der Frucht werden ebenfalls getrocknet und anschließend geknackt. Die Steine der Zuchtaprikosen sind oval, länglich und an einer Seite spitz zulaufend. Die Steine der Wildaprikosen sind etwas kleiner. Die in den Steinen befindlichen Kerne erinnern etwas an Mandeln. Alle werden einer Qualitätskontrolle unterzogen, wobei die fehlerhaften und angebrochenen Kerne aussortiert werden. Anschließend wird das Öl durch Kaltpressung aus den Kernen gewonnen.

Das Öl wird sehr schnell ranzig, dank dem hohen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Daher wird der Großteil der Ölproduktion raffiniert, um diesem Prozess zu entgehen. Durch die Raffination wird die Entschleimung, Entsäuerung und Dämpfung des Öls durchgeführt, um eine längere Haltbarkeit des Aprikosenkernöls zu erwirken. Die Raffination kann sowohl auf physikalische als auch auf chemische Weise durchgeführt werden. Die physikalische Raffination ist jedoch etwas aufwändiger. Diese ist für die Umwelt jedoch schonender, da durch die Verwendung von weniger Chemikalien weniger Abwasser entsteht. Zudem bewirkt die physikalische Raffination eine höhere Gewinnmenge. Daneben kann ein Abfallprodukt der physikalischen Raffination als Tiernahrung verwendet werden. Daher gewinnt die physikalische Raffination im Vergleich zu der chemischen trotz dem höheren Aufwand immer mehr an Bedeutung.

Inhaltsstoffe und Wirkung des Aprikosenkernöls

Unter den wertvollen Inhaltsstoffen des Aprikosenkernöls macht die Oleinsäure mit einem Prozentsatz von 66.1% den größten Bestandteil aus. Die Oleinsäure, auch Ölsäure genannt, stellt einen der wichtigsten Vertreter der ungesättigten Fette dar. Für den menschlichen Körper sind diese sehr wichtig, da sie vom Körper selbst nicht hergestellt werden können. Sie senken den Cholersterinspiegel und unterstützen das kardiovaskulärte System. Daneben beugen sie Arteriosklerose vor sowie eine ganze Reihe anderer Herzkrankheiten. Die Oleinsäure zählt zu den Omega-9-Fettsäuren.

Die Linolsäure, welche zu den Omega-6-Fettsäuren gezählt wird, ist im Aprikosenkernöl mit einem Prozentsatz von 25,3% vertreten. Die Linolsäure sorgt für ein gesundes Hautbild. 5,9% entfallen auf die Palmitinsäure, welche ein Haupt-Zwischenprodukt des menschlichen Stoffwechsels darstellt. Zu den weiteren im Aprikosenkernöl enthaltenen ungesättigten Fettsäuren gehören die Stearinsäure mit einem Prozentsatz von 1,6% und die Palmitoleinsäure mit einem Prozentsatz von 0,6%.

Das Aprikosenkernöl enthält zudem Vitamin E, auch Tocopherol genannt. Je 100 ml des Aprikosenkernäls enthält ca. 34 mg Tocopherol. Dieses bewahrt die mehrfach gebundenen, ungesättigten Fettsäuren vor dem Zerfall. Zudem weist das Tocopherol eine antioxidative Wirkung vor.

Neben den genannten Inhaltsstoffen sind im Aprikosenkernöl auch Spuren von Vitamin A und Niacin (B3) sowie Amygdalin (B17) zu finden. Gerade dem Inhaltsstoff Amygdalin wird eine krebsvorbeugende Wirkung nachgesagt. Als ein natürliches Zytostatikum kann Amygdalin bei unsachgemäßer Anwendung des Aprikosenkernöls auch Auswirkungen auf den restlichen Körper haben. Dies ist einer der Gründe, warum das Aprikosenkernöl gering dosiert wird. Ein weiterer Grund ist die freigesetzte Blausäure, bzw. Cyanid. Durch geringe Dosierung wird diese in verträglichen Grenzen gehalten, damit sie vom Körper abgebaut werden kann.

Anwendungsgebiete von Aprikosenkernöl

Das Aprikosenkernöl kommt in der Homöopathie am häufigsten zum Einsatz. Daneben wird es sehr oft zu kosmetischen Zwecken verwendet. Als ein beliebtes Aroamtherapiemittel wird das Aprikosenkernöl ebenfalls sehr häufig dazu eingesetzt, das Wohlgefühl des Körpers zu steigern. In der Medizin ist das Aprikosenkernöl interessant, da es einen hohen Anteil an Amygdalin aufweist. Dies betrifft insbesondere das Öl, welches aus den bitteren Kernen gewonnen wird. Das Öl kommt selbst als Zusatz bei der Herstellung von Seifen zum Einsatz. Als ein guter Träger für ätherische Öle wird es in Seifen mit verschiedenen ätherischen Ölen verwendet und ist besonders bei der Herstellung hausgemachter Seifen beliebt.

Allgemein wirkt sich das Aprikosenkernöl positiv auf folgende Bereiche aus:
  • Haut,
  • Haare,
  • Stoffwechsel,
  • Atemwege und
  • verschiedene Krankheiten.

Anwendung in der Medizin

Der Inhaltsstoff Amygdalin soll diverse Krebsarten vorbeugen. Diese Annahme beruht auf den Untersuchungen, welchen nach diejenigen Volksgruppen, deren Grundnahrung reich an Vitamin B17 ist, weniger von Krebserkrankungen betroffen sind. Das Amygdalin stellt im Grunde eine Verbindung zwischen den giftigen Stoffen Zyanid und Benzaldehyd dar. Die einzelnen Bestandteile sind so lange inaktiv, solange diese chemische Verbindung besteht. Diese kann durch das Spaltenzym Beta-Glucosidase gelöst werden. In den Krebszellen kommt gerade dieses Enzym normalerweise vor. Gelangt das Vitamin B17 in eine Krebszelle, spaltet sich die Verbindung von Zyanid und Benzaldehyd in seine Bestandteile auf und tötet die Krebszelle. Diese Annahme bildet zumindest die Grundlage der medizinischen Forschung, wenn es um die Vorbeugung und die Bekämpfung von Krebszellen geht. Zwar kommt Amygdalin in der Naturheilkunde sehr häufig zur Bekämpfung der Krebserkrenkungen kommt. In der Medizin ist die Therapie mit B17 bei Krebserkrankungen zwar noch nicht anerkannt, da noch nicht ausreichend Studienergebnisse zur Verfügung stehen. Doch ungeachtet dessen wird es sehr oft als Ergänzungstherapie bei der Behandlung von Krebserkrankungen eingesetzt. Wegen der unzureichenden Studienergebnissen wird dazu geraten, das Aprikosenkernöl ausschließlich zur Vorbeugung von Krebserkrankungen anzuwenden. Dies beruht auf der Annahme, die nötige Dosierung, welche für die Behandlung bestehender Krankheiten nötig wäre, könnte zu einer Schädigung der endokrinen Drüsen und der Leber führen. Um diesen Gefahren zu entgehen, empfehlen Heilpraktiker jedoch als Alternative die Anwendung von synthetisch hergestelltem Vitamin B17 bei bestehenden Erkrankungen. Denn bei diesem besteht keine Gefahr vor Nebenwirkungen, selbst bei hoher Dosierung.

Das Aprikosenkernöl wird daneben sehr oft bei Depressionen, Durchfall sowie bei der Entzündung der Schleimhäute verwendet. Das Vitamin B17 senkt erfolgreich den Bluthochdruck, sodass das Aprikosenkernöl häufig dazu verwendet wird, den Blutdruck aufrecht zu erhalten. Dank der entzündungshemmenden Wirkung kann es Symptome bei Arthritis reduzieren. Daneben lindert es in diesem Fall die Schmerzen und beruhigt die Haut. Seine Inhaltsstoffe helfen dabei, das Immunsystem zu stärken, sodass es sich bei Erkältungen und Grippe als sehr hilfreich erwiesen hat.

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Anwendung in der Kosmetik

Zu kosmetischen Zwecken kommt das Aprikosenkernöl sowohl in der Aromatherapie, als auch in der Haut- und in der Haarpflege zum Einsatz.

In der Aromatherapie kann das Aprikosenkernöl entweder in Form von Inhalationen, bzw. innerlich, als auch äußerlich angewendet werden. Dem Aroma des Aprikosenkernöls wird eine stimulierende Wirkung nachgesagt. So ruft es in Form von Inhalationen positive Emotionen hervor und steigt das gesamte Wohlgefühl des Körpers. Zudem wird durch die Inhalation des Aprikosenkernöls das Immunsystem unterstützt und gestärkt. Da durch die Inhalation die ätherischen Öle in das Blut- und Verdauungssystem gelangen, entfalten die Inhaltsstoffe des Aprikosenkernöls ihre positiven Wirkungen selbst bei der Aufnahme durch die Nase.

Äußerlich angewendet wird das Aprikosenkernöl meist als Badezusatz oder zur Massage verwendet. So kann es nach der Massage wenige Stunden danach im Urin nachgewiesen werden. Da dieses Öl sehr mild ist, lindert es Hautreizungen und begünstigt die Zellerneuerung dank dem darin enthaltenen Vitamin E. Dieses beugt Falten vor und bewirkt, dass die Haut ein strahlendes und jüngeres Aussehen behält. Die Linolsäure reguliert den Wasserhaushalt, sodass bei trockener Haut das Aprikosenkernöl dazu angewendet wird, die natürliche Barrierefunktion der Haut wieder herzustellen und aufrecht zu erhalten. Neben den erwähnten Anwendungsmöglichkeiten wird in diesem Fall häufig auch eine Aprikosenkernöl-Creme angewendet. Daneben hilft das Aprikosenkernöl nachweislich gegen Lichtschäden und gegen Mitesser.
Nach dem Sonnenbrand sorgt dieses Öl zudem für eine schnelle Linderung der Haut. Es wirkt kühlend, zieht sehr schnell in die Haut ein und hilft selbst bei starkem Juckreiz.

Das Aprikosenkernöl dringt problemlos durch selbst dickere Hautschichten wie zum Beispiel durch die Hornhaut hindurch. Dank dieser Eigenschaft versorgt es selbst diese problematischen Hautstellen problemlos mit Feuchtigkeit. Wer keine Probleme mit der Haut hat, jedoch diese vorbeugen will, sollte am besten auf die innere Einnahme von Aprikosenkernöl greifen. Denn auf diese Weise wird die Linolsäure vom Körper so verarbeitet, dass entzündliche Hautkrankheiten erfolgreich vorgebeugt werden.

In der Haarpflege gehört das Aprikosenkernöl zu denjenigen Ölen, welche das Haar mit Feuchtigkeit versorgen und für Geschmeidigkeit und Fülle des Haars sorgen. Es pflegt zudem auch die Kopfhaut, sodass es bei Schuppen oder bei juckender Kopfhaut oft angewendet wird. Angeblich führt die Anwendung von Aprikosenkernöl sogar zu einem stärkeren Haarwuchs. So wundert es nicht, dass auf dem Markt verschiedene Haut- und Haarprodukte, welche mit Aprikosenkernöl angereichert sind, angeboten werden. Das Öl kann auch einfach direkt auf die geschädigten Stellen aufgetragen und einmassiert werden. Das Aprikosenkernöl kann leicht mit anderen Ölen gemischt werden. Daher kommt es selbst bei der Pflege von milder Babyhaut zum Einsatz. Daneben gilt das Aprikosenenkernöl als ein beliebter Make-up Entferner.

Aprikosenkernöl in der Ernährung

Das Aprikosenkernöl wird in vielen Bioläden und Reformhäusern als Nahrungsergänzungsmittel angeboten. Dieses soll den Körper mit Vitaminen und ungesättigten Fettsäuren versorgen. Daneben kommt es dank dem angenehmen Geschmack selbst in der alltäglichen Ernährung zum Einsatz. Hier kommt jedoch fast ausschließlich das raffinierte Aprikosenkernöl zum Einsatz. Dieses verliert im Herstellungsprozess jedoch wertvolle Wirkstoffe und büßt an Geschmack ein. Daher wird empfohlen, für die Anwendung in der Küche ausschließlich zu nativem, bzw. kaltgepressten Aprikosenkernöl zu greifen, da die Hitzebehandlung im Zuge der Raffination für den Verlust wertvoller Inhaltsstoffe verantwortlich ist. Das unraffinierte Aprikosenkernöl ist jedoch nicht lange haltbar. Aus diesem Grund wird es meist in geringen Mengen angeboten.

Das Öl eignet sich hervorragend als Salatöl an. Als Zutat bei Süßspeisen verleiht es den Speisen ein mandelähnliches Aroma. Durch die antioxidative Wirkung des Vitamins E werden freie Radikale auf natürlichem Weg aus dem Körper gespült. Somit wird der Stoffwechsel angeregt. Als ein positiver Nebeneffekt der Befreiung von freien Radikalen wird auch ein Gewichtsverlust erwähnt.

Zum Braten und Kochen eignet sich das Öl jedoch nicht gerade an, da die freisetzende Hitze die Vorteile des kaltgepressten Öls neutralisieren und selbst umkehren kann. Durch die Hitzeeinwirkung bilden sich ungesunde Dämpfe und der Geschmack des Öls geht vollkommen verloren. Wer das Aprikosenkernöl zum Kochen und zum Braten verwenden will, sollte daher einfach zum raffinierten Öl greifen. Dieses ist länger haltbar und stellt keine Gefahr für die Gesundheit dar, da die hitzeunbeständigen Stoffe bei der Raffination extrahiert werden.

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Produkte mit hoher Konzentration des Aprikosenkernöls

Die Anteile des Aprikosenkernöls sind in Produkten aus dem Reformhaus oder dem sortierten Einzelhandel meist höher. Dasselbe gilt auch für Produkte, welche online angeboten werden. In diesem Fall bekommt man nämlich die Möglichkeit der Einsicht in die Inhaltsstoffe des jeweiligen Produktes. Da diese Produkte keine Füllstoffe enthalten, weisen sie einen höheren Wirkungsgrad auf. Denn viele Hersteller mischen das Aprikosenkernöl mit Wasser sowie mit verschiedenen chemischen Stoffen. Solche Produkte sind in der Regel auch etwas billiger. Denn wie in den meisten Fällen bedeutet ein höherer Preis auch meist einen höheren Prozentsatz des wertvollen Aprikosenkernöls in dem jeweiligen Produkt. Wer auf die wertvollen Inhaltsstoffe des Aprikosenkernöls keinesfalls verzichten will, kann auch zu reinem Aprikosenkernöl greifen. Bei diesem geht man zudem keine Gefahr ein, auf Konservierungsstoffe oder Allergene zu stoßen.