Natur-Kompendium

Lavendelöl ist nicht einfach nur ein Duftöl, es kann viel mehr

Lavendelöl

Der Duft von Lavendel ist für manche betörend, für andere, wie z. B. Mücken, Motten und anderes Ungeziefer, störend. Der beruhigende Geruch des reinen ätherischen Lavendelöls erleichtert das Einschlafen und vieles mehr. Lavendelöl kann vielseitig angewendet und sollte auch in keiner Küche fehlen.

Welche Arten von Lavendelöl gibt es?

Reines ätherisches Lavendelöl wird klassisch mithilfe von Wasserdampfdestillation gewonnen. Je nach Herstellung und Reinheit werden nur die Blüten der Pflanze für die Destillation verwendet oder nahezu die gesamte Pflanze. Da es unterschiedliche Lavendelpflanzen, wie z. B. Schopflavendel, Speiklavendel, Lavandin ( Hybridlavendel) und echten Lavendel gibt, unterscheiden sich auch die Qualitäten der unterschiedlichen Lavendelöle. Entscheidend für die Qualität von einem guten Lavendelöl ist der Estergehalt des Öls.

Alternativ zum klassischen ätherischen Lavendelöl können Sie selber Ihr eigenes Lavendelöl Lavendelblüten aus dem eigenen Garten als Mazerat herstellen. Mazerate sind von der Wirkung her bedeutend schwächer als ätherische Öle. Sie geben einfach die frischen, aufgeblühten und in einem kühlen Raum getrockneten Lavendelblüten in ein Öl Ihrer Wahl. Besonders harmonisch ist ein Lavendelmazerat mit einem hochwertigen Olivenöl. Alle Pflanzenteile müssen bei der Mazeration komplett mit Öl bedeckt sein. Etwa 6 Wochen lang muss das Schraubglas mit den Lavendelblüten und dem Öl, das an einem sonnigen Platz stehen sollte, täglich geschüttelt werden, damit die Mazeration gleichmäßig verläuft. Nach 6 Wochen wird das Lavendelmazerat abfiltriert und in eine dunkle Flasche abgefüllt. Das duftende Öl kann für Massagen aber auch für die Herstellung von eigener Kosmetik verwendet werden.

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Welche Inhaltsstoffe sind im Lavendelöl enthalten und wie ist die Wirkung?

Egal, welche Lavendelsorte für die Herstellung des ätherischen Öls verwendet wird, es ist reich an Linalool und Linalylacetat. Hinzu kommen noch etwa 200 andere Inhaltsstoffe, die bisher noch nicht richtig erforscht wurden. Der Anteil von Linalylacetat ist nicht nur ein Qualitätskriterium von hochwertigem Lavendelöl, es ist auch für den typischen Duft des Lavendelöls verantwortlich. Es ist im basischen Milieu stabil und wird daher gerne zur Beduftung von Seifen und Waschmitteln verwendet. Kampfer ist ebenfalls im ätherischen Lavendelöl enthalten, es wirkt bakterizid und schleimlösend.

Das enthaltene Cineol unterstützt die antibakterielle und schleimlösende Wirkung ebenfalls, wobei zuzüglich Neurotransmitter gehemmt werden, die verengend auf die Bronchien wirken. Bei Erkrankungen, wie COPD und Asthma kann Cineol die Lungenfunktion verbessern.

Linalool ist im Lavendelöl für die antimikrobielle, entzündungshemmende und antiseptische Wirkung verantwortlich.

Wie kann Lavendelöl verwendet werden?

Reines ätherisches Lavendelöl ist sehr konzentriert. Um 1 Liter Öl destillieren zu können, wenn ca. 120 Kilo Blüten und Blätter der Lavendelpflanze benötigt. Sie können sich daher vorstellen, wie hoch konzentriert die Inhaltsstoffe im ätherischen Öl sind. Obwohl das ätherische Lavendelöl zu den wenigen ätherischen Ölen gehört, die ganz gering dosiert direkt auf der Haut angewendet werden können, wird das Lavendelöl in der Regel für die Anwendung verdünnt. Mit Alkohol oder Öl, aber auch mit Wasser, wenn es in der Duftlampe Verwendung findet. Vor der unverdünnten oder verdünnten Anwendung auf der Haut sollten Sie vorsichtig austesten, ob eine Allergie gegen das ätherische Öl besteht. Der Test funktioniert am besten im Bereich des Innenarms. Bei allergischen Reaktionen muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Sollten sich keine allergischen Reaktionen, wie Jucken, Rötungen, Schmerzen, Krämpfe, Schwindel, Erbrechen oder Atemlähmungen zeigen, können Sie das, in der Regel sehr verträgliche ätherische Öl der Lavendelpflanze, wie folgt verwenden:

    Bei Insektenstichen:

    Lavendelöl kann vielfach gegen Insektenstiche helfen. Mücken, Motten, Flöhe, Läuse und anderes Ungeziefer mögen den Geruch von Lavendel gar nicht, daher kann das Öl prophylaktisch verwendet werden. Gemischt, mit einem leichten Öl, wie z. B. Mandelöl, kann es in Kombination mit anderen ätherischen Ölen, wie z. B. Rosmarin, Eukalyptus, Geranie, Zitrone, Nelke und Zimt, zu einem wirksamen Insektenschutz vermischt werden. Ist bereits ein Insektenstich passiert, kann ein Tropfen Lavendelöl direkt auf den Stich gegeben werden, damit dieser nicht juckt, schmerzt oder anschwillt. Die Wirkung des Lavendelöls ist nicht nur bei Menschen nachgewiesen und wirksam, sondern auch bei Tieren. Lavendelöl kann auch Hunde und Pferde vor Ungeziefer schützen, allerdings keine Katzen, weil diese keine ätherischen Öle vertragen können.

    Bei Wunden und Verbrennungen:

    Um eiternde Wunden behandeln zu können, werden 6 Milliliter ätherisches Öl mit 100 ml 80 prozentigen Alkohol vermischt. Diese Mischung kann dann auf ein Wattepad gegeben werden, zum Betupfen und Säubern eiternder Wunden. Bei Verbrennungen wird der Anteil des Lavendelöls erhöht und das Öl nicht mit Alkohol, sondern mit Olivenöl vermischt. Auf 50 ml Olivenöl werden 10 ml Lavendelöl beigemischt. Die verbrannten Hautbereiche werden vorsichtig mit dieser Mischung betupft. Bei größeren Verbrennungen sollten Sie aber zur Erstbehandlung den Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen und die Verbrennung nicht selber behandeln.

    Die Verwendung in der Duftlampe:

    Manch einer denkt immer noch, dass eine Duftlampe keine therapeutische Wirkung hat, sondern einfach nur einen angenehmen Duft verbreitet. Das ist auch so, wenn keine reinen ätherischen Öle verdampft werden, sondern synthetische Duftöle, die zwar angenehm riechen, aber keine therapeutische Wirkung haben. In der Duftlampe vertreibt das echte Lavendelöl nicht nur lästige Insekten, es beruhigt auch, und steigert die Lungenfunktion. Das Wohlbefinden wird spürbar gesteigert und das Einschlafen am Abend erleichtert. Bereits wenige Tropfen des Lavendelöls in der Duftlampe reichen dafür aus. Ob in der Duftlampe oder im Wannenbad, Lavendel reguliert nicht nur den Blutdruck, es kann auch gegen Herzrasen helfen.

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    In der Wanne, als Entspannungsbad:

    Ätherische Öle sind in der Regel nicht in Wasser löslich, daher können sie lediglich in einer Duftlampe das Öl auf Wasser tropfen, damit es durch die Hitze des Teelichts in der Lampe verdampft und seinen Duft freisetzt. In der Badewanne ist das anders. Gäben Sie das Lavendelöl direkt in das Badewasser, würde es auf dem Wasser schwimmen und keinerlei Wirkung zeigen. Vermischen Sie für ein Kräuterbad mit Lavendelöl, das entspannend wirken kann und die Atmung erleichtert, daher einfach einen Esslöffel Sahne mit ein paar Tropfen des reinen Lavendelöls. Die Mischung können Sie dann problemlos unter das Badewasser mischen und es entsteht eine pflegende und duftende Emulsion. Das Badewasser sollte für ein Entspannungsbad wohltemperiert, weder zu kalt, noch zu warm sein. Atmen Sie tief durch und genießen Sie den Duft von Lavendel. Bei Bedarf können Sie das Lavendelöl auch mit anderen ätherischen Ölen mischen. Das Lavendelöl auch bei Verbrennungen therapeutisch wirksam ist, Entzündungen entgegenwirkt und die Heilung fördert, kann ein Wannenbad mit Lavendelöl auch nach einem Sonnenbrand angenehm und heilend wirken, wenn das Badewasser eher kühl eingelassen wird.

    Lavendelöl in der Fußpflege

    Für die Fußpflege ist das ätherische Öl des Lavendels bestens geeignet, da das Öl nicht nur angenehm frisch riecht, sondern auch antimykotisch gegen Fußpilz wirkt, ganz egal, ob die Haut mykotisch ist oder der Nagel. Das Lavendelöl kann entweder mit Mandel- oder Kokosöl vermischt und dann auf die Fußsohlen und zwischen den Zehen aufgetragen werden. Das Öl ist alleinig verwendet sehr angenehm und überzeugend in der Wirkung, kann aber auch mit ätherischem Eukalyptus- oder Pfefferminzöl vermischt, ein angenehmes Frischegefühl verbreiten. Die Anwendung kann bei einer bestehenden Fußpilzerkrankung therapeutisch wirksam sein, und prophylaktisch vor Fußpilz schützen.

    Massagen mit Lavendelöl

    Lavendelölmassagen haben nicht nur eine entspannende und entkrampfende Wirkung, sie lindern nicht nur einen Muskelkater und wirken entzündungshemmend, sondern auch hautpflegend. Die Wirkung der Massage wirkt auf die Bereiche Körper und Geist gleichermaßen. Die Durchblutung wird gefördert, und die erfrischende und zugleich beruhigende Wirkung steigert das Wohlbefinden. Sie können für eine Massage mit Lavendelöl Ihr selbst hergestelltes Lavendelmazerat pur verwenden, oder aber ein reines Massageöl, wie z. B. Jojoba-, Mandel- oder Kokos- oder Hanföl, in das Sie einige Tropfen des ätherischen Lavendelöls getropft haben. Bei Bauchmassagen werden Blähungen getrieben und Krämpfe gelindert. Die Anwendungen sind auch für Kinder geeignet.

    Lavendelöl in der Kosmetik

    Aus Ihrem selbst gemachten Lavendelmazerat oder aus einem hochwertigen Pflanzenöl mit ein paar Tropfen ätherischen Lavendelöl vermischt, können Sie eine pflegende Creme anrühren. Lavendel ist reich an Antioxidantien und kann zusätzlich zu den heilenden und pflegenden Eigenschaften noch entgiftend wirken. Die größte Wirkung können Sie erreichen, wenn Sie die Wirkung von Speiklavendel, echtem Lavendel, Schopf- / Wolllavendel, vereinen. Hautunreinheiten, kleine Fältchen und Falten, aber auch trockene Hautbereiche haben keine Chance mehr, wenn Sie Lavendelöl in Ihrer Kosmetik verwenden. Die pflegenden und heilenden Eigenschaften des Lavendels sind nicht nur als Zutat einer Gesichtscreme überzeugend, sondern auch als Zusatz einer Lippenpflege oder einer Fußbutter.

    Die Wirkung von Lavendel auf die Psyche

    Lavendel wirkt nicht nur antibakteriell, wundheilend, entzündungshemmend und antimykotisch, sondern auch beruhigend. Es nimmt die Nervosität, Ängste und Unruhe. Schlafstörungen klingen ab und die Psyche wird wieder harmonisiert, diese Wirkung bezieht sich auf das vegetative Nervensystem ebenfalls. Daher wird die Bildung der Magensäure, der Stoffwechsel, Atmung, Blutdruck und Herzschlag ebenfalls harmonisiert. Die angenehme Steigerung des Wohlbefindens durch Lavendel kann über einen längeren Zeitraum bewusst durchgeführt werden, ohne dass es zu einer Gewöhnung kommt. Lavendel wirkt sich positiv auf den Organismus aus, macht aber nicht abhängig und die Dosis muss im Laufe der Zeit ebenfalls nicht gesteigert werden. Trotz der ausgleichenden und beruhigenden Wirkung, erfrischt und belebt Lavendel zugleich. Depressionen werden vertrieben und die Stimmung aufgehellt.

    Lavendelöl innerlich verwendet, in der Küche und in der Medizin

    Lavendel wird nicht nur in der Provence in der Küche als gesunde Würze verwendet, sondern weltweit. Die Pflanzenteile können als Tee, Sud oder Würzmittel verwendet werden, aber auch, wie in der TCM Medizin als Therapeutikum. Ein oder zwei Tropfen Lavendelöl können in Speisen oder im Tee die gleiche Wirkung entfalten, wie die Verwendung der trockenen oder frischen Pflanzenteile. Lavendel entgiftet, harmonisiert die Verdauung, tötet schädliche Darmbakterien ab, wirkt Blähungen und Krämpfen entgegen und lässt die Speisen bekömmlicher werden. Tee mit Lavendelöl kann bei Migräne, Erbrechen, Übelkeit, Hals- oder Zahnschmerzen therapeutisch hilfreich sein.

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Was Lavendelöl so besonders macht

Trotz der zahlreichen Medikamente, die in der modernen Zeit verfügbar sind, ist Lavendelöl unersetzlich. Im Gegensatz zu gängigen Antibiotika, die gegen den multiresistenten Staphilococcus aureus (einer der Auslöser von MRSA) versagen, wirkt die antimikrobiotische Wirkung des Lavendelöls gegen die Erreger, ebenso wie gegen Escheria Coli, den Kolibakterien. Gegen die natürliche Heilkraft des Lavendels bilden die Bakterien, Erreger und Viren keine Resistenzen, sodass weder die Wirkung des Lavendelöls nachlässt, noch die Dosis im Laufe der Zeit gesteigert werden muss. Aufgrund der milden und dennoch deutlichen Wirkung des Lavendelöls können auch alte und kranke Menschen, sowie Babys und Kinder von der natürlichen Heilkraft profitieren. Im Grunde sollte jeder für den Notfall eine kleine Flasche mit Lavendelöl im Medikamentenschrank stehen haben, damit das wirksame Öl bei eitrigen Wunden, Insektenstichen, Verbrennungen, Sonnenbrand, Herzrasen, Bluthochdruck, Ängsten, Sorgen und Verstimmungen, Schlafproblemen, Muskelkater, Krämpfen und Verspannungen, zur Hand hat.

Was bei der Verwendung von ätherischem Lavendelöl, zu beachten ist

Beim Lavendelölkauf sollten Sie auf eine hochwertige Qualität achten. Am besten kaufen Sie das Öl der drei bekannten Lavendelpflanzen, die sich aufgrund verschiedener Inhaltsstoffe gegenseitig ergänzen und die Wirkung dadurch steigern. Das ätherische Öl sollte schon vom Hersteller in dunklen Tropfflaschen verkauft werden, damit die Qualität durch die Lagerung nicht leidet. Lagern Sie die dunklen Glasflaschen möglichst kühl und dunkel. Achten Sie beim Kauf genau auf die Angaben, die der Hersteller zu Qualität und Herkunft des Öls macht. Hierbei sollten Sie genau auf die Wortwahl achten. Zwischen reinem ätherischen Öl und naturidentischen Ölen liegen in der Wirkung Welten. Nur bei reinem ätherischen Öl können Sie sich sicher sein, dass diese Öle aus natürlichen Pflanzen gewonnen wurden und keinerlei synthetische oder naturidentische Duftstoffe untergemischt wurden. Die höchste Qualität finden Sie bei Lavendelölen, die im Mittelmeerraum angebaut und gewonnen wurden. Allerdings gibt es auch aus England und Bulgarien Lavendelöle, die eine hochwertige Qualität haben. Besonders hochwertig ist ein Lavendelöl, wenn es aus biologischem Anbau stammt.

Fazit

Lavendelöl hat sehr viele positive Auswirkungen auf den Organismus, Körper und Geist. Es kann vorbeugend verwendet werden, aber auch dann noch, wenn bereits Entzündungen, Insektenstiche oder Verbrennungen eingetreten sind. Selbst nach einer abgeklungenen Wundheilung kann das Lavendelöl in Kombination mit einem hochwertigen Pflanzenöl, wie z. B. Hanföl, Narben "wegpflegen". Lediglich bei offenen, blutenden Wunden, sollte das Lavendelöl noch nicht verwendet werden, weil ansonsten die Blutung gefördert werden könnte. Die Verwendung von Lavendelöl kann den Konsum von Schmerzmitteln einschränken, da es nicht nur gegen Migräne wirkt, sondern auch gegen rheumatische Beschwerden, Krämpfe, Entzündungen, Verspannungen, Sonnenbränden, Verbrennungen, eiternden Wunden und vielen anderen gesundheitlichen Problemen mehr, die Schmerzen verursachen.